Hook:
Bahnhof am Morgen, Nebel frisst das Licht,
immer gleiche Schatten, doch man kennt ihre Namen nicht.
Züge kommen lautlos, Züge gehen wie ein Schnitt,
Eisen weint Geschichten, die hier keiner offen spricht.
Part 1:
Bahnhof am Morgen, Atem hängt wie Rauch,
der Boden kalt, als wär’ er längst begraben auch.
Gesichter wie Akten, abgestempelt, archiviert,
wer hier stehen bleibt, wird langsam aussortiert.
Hände voller Kleingeld, das Gewicht ist schwer,
nicht wegen dem Wert, eher weil nichts bleibt außer mehr.
Ein Blick zur Anzeige, sie zeigt nur „später“ an,
Zeit ist hier ein Gegner, der nie verlieren kann.
Part 2:
McDonald’s Fenster, grelles Licht im Grau,
Frühstück schmeckt nach gestern, doch man kaut und kaut.
Pappbecher-Wärme gegen innere Erfrierung,
kurzer Trost aus Zucker, dann wieder Positionierung.
Züge schreien beim Bremsen, als hätten sie Angst,
ziehen Narben aus Stahl durch den Morgennebel-Dunst.
Durch Raum und Zeit, doch keiner nimmt dich mit,
nur dein Spiegelbild, das im Zugfenster zerbricht.
Hook:
Bahnhof am Morgen, Nebel frisst das Licht,
immer gleiche Schatten, doch man kennt ihre Namen nicht.
Züge kommen lautlos, Züge gehen wie ein Schnitt,
Eisen weint Geschichten, die hier keiner offen spricht.
Part 3:
Ansagen klingen hohl wie Versprechen von früher,
jede Stimme sagt „gleich“, doch meint „nicht für dich, Brüder“.
Der Bahnsteig merkt sich Schritte, vergisst aber dein Gesicht,
du bist nur ein Geräusch, mehr Bedeutung hast du nicht.
Es riecht nach Regen, Rost und alten Entscheidungen,
nach Wegen, die man nahm aus Angst vor Alternativen.
Wenn der Zug dann einfährt, bleibt die Frage stehn:
springst du rein in das Nichts – oder bleibst du hier besteh’n?
Outro:
Bahnhof am Morgen, der Himmel bleibt schwer,
der Tag fängt an, doch er fordert noch mehr.
Eisen klingt weiter, kalt, ehrlich, schlicht,
weil Hoffnung hier fährt – doch sie hält meistens nicht.