Weltschmerz
Der Totenpunkt meiner Gefühle beim Taupunkt des Tages kondensiert,
und lässige Blondine gegenüber das dritte Jackie-Cola konsumiert.
Den Doppelnamen kann ich mir nicht merken – schieß mich tot.
Das Tattoo ist aus dem Gedächtnis nicht zu löschen – in blau-rot.
Nach zweitem Bier, es ist kein Tattoo mehr – fast ein Graffiti,
und was die Hübsche da labert klingt nach latenter Publicity.
Benebelt, streng mich mühsam an - bloß Faden nicht verlieren.
Bemühe mich aus dem Extrakt die Quintessenz zu komprimieren.
Der blaue Dunst der schwarzen Zigarette - der wirkt auf mich fatal,
und ihre Stimme spinnt um mich unsichtbares Lametta – paranormal.
Die schlaue Blonde kann ich mir abschminken – ist nicht erstes Mal.
Mein Ego schrumpft schon wieder – vom Kosmopoliten zum Provinzial.
Geplant war nur ein großes Bier, was soll’s – hab‘ morgen frei.
Bis destruktive Energie teils abgebaut wird, ist schon halb drei.
Den ganzen Spaß bezahle ich natürlich gerne - wer noch sonst?
Die Rechnung für den Weltschmerz meines Herzens ist ja umsonst.
Nur der Nachhauseweg im Schatten der Laternen hat noch ein klares Ziel.
Keine labilen Doppelspielchen mehr bis morgen - ein Waffenruhe-Deal.
Eine Befreiung aus dem Spinnennetz der gut- und bös‘gemeinten Lügen.
Ich atme Sternenstaub Milchstraße ein und werde mich dem fügen.
Refrain:
Meine Träume sind gefangen im Labyrinth ohne Ausgang.
Mein Herz mit Dynamit geladen, wie ein Geisterschiff vorm Untergang.
Gegen Weltschmerz gibt’s keine Medizin und wirken keine Drogen.
Und wenn man dir was anderes sagt, dann wäre es gelogen.
Es gibt keinen Ausweg, Plan B und sonst auch keine Lösung.
Die Zündschnur zu meinem Herzen brennt, ich warte auf Erlösung.
Viktor Weber, 26.12.2021 - 23.03.22. Alle Rechte vorbehalten.