Morgens halb zehn in Deutschland – ich sitz im Wartezimmer.
Kollege schreibt: „Alles Gute für die Biopsie.“
Ich schreib zurück: „Gleich kommt Doktor. Jekyll mit der Monsterkanüle und saugt bis zum Hirn...
Das füllt er dann ab und verkauft’s als künstliche Intelligenz in der praktischen 0,33 Liter Flasche.“
Ich sitz und ich warte, der Tag zieht vorbei,
Mit Blick auf die Uhr und der Hoffnung dabei.
Das System ächzt, doch sie geben ihr Bestes,
Mit Herz, trotz Papierkrieg und digitalem Reststress.
Blutabnahme um acht, CT kurz nach neun,
Dann Wartezeit deluxe auf der Krankenhausbank aus Stein.
Zwischen Flyerständer-Glanz und Desinfektionsduft,
Zieht die Zeit wie ein Zombie durch sterile Luft.
Ein Klemmbrett in der Hand – nicht das erste von vier,
Jede Abteilung fragt: „Name? Geburtsdatum hier?“
Ich nick höflich, sag nix, bin schon halb resigniert,
Digital ist ein Wunsch, der sich selbst archiviert.
Der Narkose Arzt spricht, ich versuch zu versteh’n,
Werd betäubt von den Fakten – kann kaum noch gerade steh’n.
Dann nochmal warten, diesmal etwas bequemer,
Mit Gedanken im Loop und dem Herz etwas schwerer.
Ich sitz und ich warte, der Tag zieht vorbei,
Mit Blick auf die Uhr und der Hoffnung dabei.
Das System ächzt, doch sie geben ihr Bestes,
Mit Herz, trotz Papierkrieg und digitalem Reststress.
Sie tragen die Schichten wie Rüstungen aus Stoff,
mit Augen so müde, doch geben nicht auf.
Kein Heldencape, nur die Maske im Gesicht,
und trotzdem vergeht ihnen der Mut dabei nicht.
Sie rennen wie Schatten durch neonhelle Flure,
mit Klemmbretten statt Schilden und stiller Tortur.
Zwischen Pieptönen, Klingeln, zu wenig Personal,
halten sie Welten zusammen – Tag für Tag, überall.
Ich seh ihre Hände – voll mit Aufgaben und Zeitdruck,
die Uhr macht kein Halt, doch sie wirken nie kaputt.
Sie fragen mit Ruhe, erklären mit Blick,
auch wenn der Moment nur Sekundenstück ist.
Ich schieb meinen Frust kurz beiseite für sie,
denn sie schultern Systeme, die brechen wie nie.
Und auch wenn mein Tag heut' gefühlt nie vergeht –
bin ich dankbar für die, die hier trotzdem stehen.
Ich seh Gesichter aus Ländern, die ich nie bereist,
und Hände, die halten, wenn mein Mut mal zerreißt.
Sie sprechen mit Akzent, doch mit Klarheit im Ton,
sind das Rückgrat im Sturm, sind die Wand gegen Hohn.
Sie tragen Hijab, Kreuz, Namen schwer auszusprech’n,
doch was sie tun, lässt jeden Zweifel zerbrech’n.
Denn Hilfe kennt keine Herkunft, kein Verbot,
nur Menschen mit Haltung – mitten im Notbetriebskodex.
Während draußen ein Mob „Remigration“ brüllt,
füllen sie hier Lücken, die der Hass nie füllt.
Mit Geduld, mit Respekt, mit bewusster Entscheidung,
nicht gefallen – sie kamen mit Haltung und Leitung.
Sie sind’s, die verbinden, wenn alles zerreißt,
die zuhören, trösten, wenn du innerlich schreist.
Und wer sie nicht sieht, der sieht gar nichts mehr,
denn ohne sie wär das System einfach leer.
Ich hab gewartet. Ich hab gesehen.
Und ich werd’s erzählen,
bis auch die Letzten versteh’n.